Der Name Diabetes mellitus stammt aus dem Griechischen und heißt umgangssprachlich „honigsüßer Durchfluss“. Der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), eine chronische Stoffwechselerkrankung, ist verbunden mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Dabei verursacht eine Störung im Blutzuckeregelkreislauf, den viel zu hohen Blutzucker. Dieser kann aber verschiedene Ursachen haben. Abhängig von diesen Ursachen, wird zwischen unterschiedlichen Typen des Diabetes mellitus unterschieden. Wobei die beiden Diabetesformen Typ 1 und Typ 2 rund 99 Prozent aller Diabestes-Erkrankungen ausmachen. Daneben gibt es noch vereinzelt auftretende Diabetes-Sonderformen und den Schwangerschaftsdiabetes, der in der Regel nach Beendigung der Schwangerschaft wieder verschwindet.
Die Ursache für den Typ 1 Diabetes ist das Zusammenwirken von äußeren Faktoren (Virusinfektion), erblicher Veranlagung und einer Fehlsteuerung des Immunsystems. Dabei richten sich körpereigene Abwehrstoffe (weiße Blutkörperchen) gegen die insulinproduzierenden Betazellen der Bauspeicheldrüse (Pankreas). Dadurch kommt es zu einem kompletten Versagen der Betazellen, was zu einem totalen Insulinmangel führt.
Der Typ 2 Diabetes beginnt eher schleichend und beruht auf eine steigernde Unempfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin (Insulinresistenz). Aber auch eine über Jahre andauernde Überproduktion von Insulin kann zu einer Ermüdung der insulinproduzierenden Betazellen führen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Typ 2 auch als Altersdiabetes oder Alterszucker bezeichnet, da er vorwiegend erst nach dem 40. Lebensjahr auftritt. In den letzten Jahren erkranken aber immer mehr Jugendliche, an einem Typ 2 Diabetes. Ursachen sind Bewegungsarmut, fetthaltige Nahrung, Übergewicht.
Der Zucker (Glukose) ist ein wichtiger Energielieferant für die Zellen. Wenn diese nur noch unzureichend Zucker aufnehmen können, hat das Einfluss auf alle Körperfunktionen. Wird Insulin in ausreichender Menge in der Bauchspeicheldrüse gebildet, gelangt der Zucker durch einen Schlüssel (Insulin)-Schloss (Zellen)-Mechanismus in die Betazellen. Dadurch öffnet sich die Zelle und Zucker kann in das Zellinnere gelangen. Wenn die Zellen aber nicht mehr genügend Zucker aufnehmen können, steigt die Menge des unverbrauchten Zuckers im Blut (Blutzuckerspiegel) an. Erreicht der Blutzucker die Nierenschwelle, wird der Zucker zunehmend über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Der Begriff „Diabetes mellitus“ (honigsüßer Durchfluss) beschreibt dieses Merkmal: Zucker im Urin.
Dieser harntreibende Effekt, führt zu einer vermehrten Flüssigkeitsausscheidung. Der Körper versucht den dadurch entstandenen Wasserverlust wieder auszugleichen, indem sich ein starkes Durstgefühl einstellt. Weitere Symptome eines Diabetes mellitus sind Müdigkeit, Juckreiz, Schwächegefühl, Infektanfälligkeit und Juckreiz. Durch sehr hohe oder sehr niedrige Blutzuckerwerte kann es zu lebensbedrohlichen Situationen, wie Bewusstlosigkeit und Koma, kommen. Sehr stark sind die Beschwerden bei einem unbehandelten Typ 1 Diabetes ausgeprägt. Der Diabetes bei einem Typ 2 kann dagegen lange Zeit ohne Symptome bleiben und sich erst durch Folgeerkrankungen, z.B. Gefühllosigkeit in den Beinen, Verschlechterung der Sehfähigkeit, schlecht heilende Wunden, Herzinfarkt, bemerkbar machen.
Bei der Behandlung des Typ 1 Diabetes, kann nicht auf die Gabe von Insulin verzichtet werden. Der Typ 2 Diabetes kann im Anfangsstadium der Erkrankung, mit einer Umstellung des Lebensgewohnheiten (körperliche Bewegung, gesundheitsbewusste Ernährung, Reduzierung von Übergewicht) sehr gut behandelt werden. Erst in späteren Stadien ist die Einnahme von blutzuckersenkenden Medikamenten und die Insulintherapie erforderlich.
Obwohl der Diabetes nicht heilbar ist, kann mit einer guten Blutzuckereinstellung, ein normales Leben geführt werden. Dabei sollte der Blutzuckergehalt des eines Gesunden gleichen, um das Risiko für diabetische Folgeerkrankungen zu minimieren.
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